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Du bist kein Dauer-Ladegerät- lerne, deine Energie zu schützen

Es gibt eine leise Erschöpfung, die sich nicht mit Schlaf oder Urlaub beheben lässt. Eine Müdigkeit, die tiefer sitzt, die nicht nur den Körper betrifft, sondern die Seele. In meinen Beratungen höre ich immer wieder genau davon: Menschen, die kraftlos sind, antriebslos, innerlich leer. Und wenn wir gemeinsam hinschauen, zeigt sich oft ein ähnliches Muster – sie geben zu viel. Sie sind für andere da, hören zu, halten aus, trösten, motivieren, tragen mit – aber sie selbst bekommen wenig oder gar nichts zurück. Es ist, als wären sie eine Tankstelle für andere Menschen. Die kommen, holen sich Energie, Trost, Aufmerksamkeit oder ein gutes Gefühl – und gehen dann wieder. Zurück bleibt der, der gibt. Leer. Ungesehen. Und oft sogar mit einem schlechten Gewissen, wenn er sich mal abgrenzt.

Das Verrückte daran ist: Viele merken es erst sehr spät. Weil es meist unbewusst geschieht – von beiden Seiten. Derjenige, der gibt, tut es aus Liebe, aus einem inneren Bedürfnis, zu helfen oder weil es einfach schon immer so war. Und derjenige, der nimmt, tut es oft gar nicht aus Berechnung, sondern weil er gelernt hat, dass da jemand ist, der immer verfügbar ist. Und so entsteht ein Ungleichgewicht, das auf Dauer krank macht – emotional, seelisch, manchmal auch körperlich.

Ich erlebe oft, dass besonders feinfühlige Menschen, spirituell Suchende oder Menschen mit einem offenen Herzen sehr schnell in diese Rolle geraten. Sie haben ein großes Gespür für die Bedürfnisse anderer – aber wenig Übung darin, sich selbst zu spüren. Und so erkennen sie oft nicht, wann ihre eigenen Grenzen überschritten werden. Manchmal bemerken sie erst dann, dass etwas nicht stimmt, wenn sie gereizt, traurig oder erschöpft sind – oder wenn der Körper sich zu Wort meldet.

Doch es gibt Wege, um wieder in die Balance zu kommen. Der erste Schritt ist, sich ehrlich zu fragen: „Wie oft bin ich eigentlich für andere da – und wie oft bin ich für mich da?“ Wenn du das Gefühl hast, ständig zu geben, aber kaum etwas zurückzubekommen, dann ist es Zeit, dein inneres Gleichgewicht zu überprüfen.

Ein sehr wirkungsvoller Schutz ist es, deine Energie bewusst zu lenken. Stell dir vor, du hast ein inneres Konto. Jedes Mal, wenn du jemandem zuhörst, dich kümmerst oder einfach präsent bist, wird ein Betrag abgebucht. Und jedes Mal, wenn du dir selbst Gutes tust – durch Ruhe, Natur, Gespräche, die dir gut tun – wird dein Konto wieder aufgefüllt. Wenn du dieses Bild einmal verinnerlichst, wirst du sehr schnell spüren, wann du im Minus bist – und dass du dann Verantwortung für dich übernehmen darfst.

Oft hilft auch ein Perspektivwechsel. Anstatt dich zu fragen: „Was braucht der andere von mir?“, frag dich: „Bin ich bereit, das gerade zu geben – ohne mich selbst zu verlieren?“ Allein diese Frage bringt dich wieder in deine Mitte. Du darfst helfen. Du darfst für andere da sein. Aber nicht auf Kosten deiner eigenen Lebenskraft.

Wenn du das Gefühl hast, jemand saugt regelmäßig deine Energie – sei es durch ständiges Jammern, Drama oder emotionale Abhängigkeit – dann darfst du dir erlauben, Abstand zu nehmen. Ohne Schuldgefühl. Denn echte Verbindung lebt von Gegenseitigkeit. Wer dich nur braucht, wenn er etwas will, aber nicht da ist, wenn du Unterstützung brauchst, darf in deinem Leben vielleicht weniger Raum einnehmen.

Auch energetisch kannst du viel tun. Eine einfache, aber wirkungsvolle Übung ist, dich morgens bewusst zu zentrieren. Stell dir vor, du bist umgeben von einem klaren Lichtfeld – weich und liebevoll, aber klar begrenzt. Dieses Feld schützt dich davor, dich zu verlieren. Du entscheidest, was du hineinlässt. Und wenn du das täglich übst, wirst du spüren, dass sich auch dein Umfeld verändert. Menschen, die ständig nur nehmen wollen, werden plötzlich Abstand halten – oder beginnen, dich mit anderen Augen zu sehen.

Das Ziel ist nicht, hart zu werden. Es geht nicht darum, dich zu verschließen. Im Gegenteil. Es geht darum, offen und verbunden zu bleiben – aber in deiner Mitte. Denn nur wenn du selbst voll und ganz da bist, kannst du anderen wirklich helfen – nicht als Tankstelle, sondern als Mensch mit Herz, Klarheit und Grenzen.

Ich weiß aus eigener Erfahrung und aus vielen Gesprächen, wie schwer dieser Weg manchmal ist. Aber ich weiß auch, wie heilend und kraftvoll es ist, wenn du beginnst, dich selbst an die erste Stelle zu setzen. Nicht aus Egoismus – sondern aus Liebe. Und genau darum geht es in meiner Arbeit: Menschen dabei zu unterstützen, sich selbst wieder zu spüren, ihre Energie zu schützen und aus vollem Herzen zu geben – ohne sich dabei zu verlieren.

Von Herzen,


Bernhard