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Narzissten und Menschen, die niemals Ruhe geben

Im Laufe meiner vielen Jahre in der spirituellen Beratung habe ich unzählige Menschen kennenlernen dürfen. Ratsuchende, die mit ihren einzigartigen Geschichten und Themen zu mir gekommen sind, die ich ernst genommen und mit voller Hingabe begleitet habe – das ist der Kern meiner Arbeit und meine Berufung. Doch neben den Ratsuchenden gibt es auch Kolleginnen und Kollegen, mit denen man im Laufe der Zeit in Kontakt kommt. Und während viele von ihnen wunderbare Menschen sind, die mit Herz und Kompetenz arbeiten, habe ich leider auch die andere Seite erlebt: Menschen, die selbst deutlich mehr Beratungsbedarf hätten als so mancher Kunde.

Dieser Artikel soll keine Abrechnung sein, sondern eine Warnung. Denn in unserer Branche, wie auch in jeder anderen, kann man an die falschen Menschen geraten. Durch meine Plattform ZenOmLive hatte ich das Glück, viele großartige Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen, die unser Projekt bereichert haben. Doch es gab auch eine Ausnahme, die mir bis heute eindrücklich im Gedächtnis geblieben ist – und die ich hier schildern möchte, nicht um nachzutreten, sondern um anderen die Augen zu öffnen.

Vor über 17 Jahren lernte ich eine Kollegin kennen, die ich damals zu ZenOmLive geholt habe. Schon zuvor war sie auf ihrem damaligen Stammportal nicht mehr tragbar gewesen und „rausgeflogen“. Trotzdem habe ich mich für sie eingesetzt, habe ihr sogar noch eine andere Plattform vermittelt, damit sie direkt wieder arbeiten konnte. Auch dort hielt es nicht lange, denn nach einiger Zeit war sie wieder unzufrieden. Schließlich holte ich sie zu uns, zu ZenOmLive – wohl wissend, dass dies kein leichtes Unterfangen werden würde.

Relativ bald wurde mir klar, womit ich es zu tun hatte: mit einer ausgeprägten narzisstischen Persönlichkeit. Nach außen gab sie sich kompetent, und was das Kartenlegen selbst betraf, verstand sie durchaus ihr Handwerk. Aber alles, was das Drumherum anging – Zusammenarbeit, Struktur, gemeinsames Gestalten – entwickelte sich zunehmend zu einer Belastung.

Jede Entscheidung, die das Unternehmen ZenOmLive betraf, wurde von ihr kommentiert, kritisiert oder schlechtgemacht. Alles musste sich um sie drehen, und wenn etwas nicht zu ihren Gunsten ausfiel, war es automatisch „falsch“. Das Bewertungssystem? Eine Schande – aber nur dann, wenn sie einmal keine gute Bewertung bekam. Aktionen oder Marketing-Maßnahmen? Eine Frechheit – aber nur dann, wenn sie selbst weniger Anrufe hatte als andere.

Auch unser Serviceteam litt unter ihrem Verhalten. Die Mitarbeiter weigerten sich irgendwann, sie telefonisch zu betreuen, da jede Kommunikation in Vorwürfen und Beschwerden endete. Kolleginnen und Kollegen blieben ebenfalls nicht verschont. Sie echauffierte sich über deren Profile, deren Bewertungen, ja sogar über die Art, wie andere beraten. Alles wurde kommentiert, alles wurde kritisiert – von Newsletter-Aktionen über Gewinnspiele bis hin zu Bildauswahlen. Ein Beispiel, das mir besonders im Gedächtnis geblieben ist: Zum Weltfrauentag hatten wir einen Newsletter gestaltet, der lachende Frauen beim Kaffeetrinken zeigte. Ihre Reaktion darauf war: „Für euch haben wohl nur asiatische Frauen Weltfrauentag.“ Solche Aussagen sprechen für sich.

Über zwölf Jahre haben wir diese Dynamik mitgetragen. Viele fragen sich jetzt sicher: Warum hält man das so lange aus? Die Antwort liegt – wie so oft bei narzisstischen Persönlichkeiten – in der subtilen Dynamik, die entsteht. Selbst wenn man wusste, man macht alles richtig und handelt nach bestem Wissen und Gewissen, schlich sich immer wieder das Gefühl ein, vielleicht doch etwas falsch gemacht zu haben. Dazu kam die Loyalität, die man über die Jahre entwickelt. Man kennt sich lange, man fühlt sich verantwortlich, man hofft, dass es besser wird.

Doch irgendwann war der Punkt erreicht, an dem es nicht mehr weiterging. Nach einem erneuten Vorfall habe ich die Reißleine gezogen. Ich habe die Zusammenarbeit beendet, und es war eine enorme Befreiung – für mich, für das Team und letztlich auch für das Unternehmen.

Die Erfahrung hat mir gezeigt: Narzissten und Menschen, die niemals Ruhe geben, können ein System von innen heraus schwächen. Sie ziehen Energie, säen Unruhe und halten mit ihrer Dauer-Kritik alles und jeden im Bann. Aber wenn man die Kraft findet, sich von ihnen zu lösen, entsteht Raum für Klarheit, Frieden und echten Fortschritt.

Diese Geschichte soll dir zeigen: Nicht jeder Mensch, dem wir begegnen, ist ein Geschenk für unser Leben – manche sind Prüfungen. Es ist wichtig, Grenzen zu ziehen und zu erkennen, wann jemand mehr nimmt als gibt, wann Kritik keine Anregung, sondern Zerstörung ist, und wann Loyalität nur noch Selbstaufgabe bedeutet. Narzissten und konfliktaffine Menschen werden sich nie mit wenig zufriedengeben, sie brauchen ständige Aufmerksamkeit und Auseinandersetzung. Die eigentliche Lebensaufgabe liegt deshalb darin, sich nicht in ihren Strudel hineinziehen zu lassen, sondern die eigene Energie zu schützen. Man darf loslassen – und oft ist genau das der mutigste und heilsamste Schritt.

Habt eine gute Zeit.

Liebe Grüße

Bernhard