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Wenn der Tod und der Teufel auftauchen …

Ihr Lieben,

es gibt zwei Karten im Tarot, bei denen ich in Beratungen immer wieder dieselbe Reaktion erlebe. Einen kurzen Moment der Stille. Einen verunsicherten Blick. Ein leichtes Schlucken.

„Der Tod.“
„Der Teufel.“

Allein diese Worte lösen etwas aus.

Am Telefon höre ich dann oft ein vorsichtiges: „Oh …“
In persönlichen Beratungen sehe ich es direkt in den Augen meines Gegenübers.

Und jedes Mal lächle ich innerlich ein wenig – nicht, weil ich die Reaktion nicht ernst nehme, sondern weil ich weiß: Diese beiden Karten werden so oft missverstanden.

In meinen Beratungen nenne ich die Karten meist gar nicht beim Namen. Genau aus diesem Grund. Ich möchte nicht, dass ein Titel die Wahrnehmung färbt. Denn Tarot ist viel tiefer als ein Wort oder ein Bild.

Der Tod zum Beispiel.
Er ist keine Drohung. Kein Unglücksbote. Keine düstere Vorhersage.

Er ist eine Schwelle.

Er zeigt mir in einer Legung oft, dass ein Mensch an einem Punkt angekommen ist, an dem etwas nicht mehr passt. Dass eine Grenze erreicht wurde. Dass ein innerer Prozess gereift ist. Manchmal ist es der Moment, in dem jemand spürt: „So geht es für mich nicht weiter.“

Und genau darin liegt seine Kraft.

Der Tod steht für das bewusste Beenden. Für das Loslassen von etwas, das nicht mehr nährt. Für Transformation. Für einen tiefen inneren Wandel. Oft ist er sogar ein Zeichen von Stärke – denn nicht jeder hat den Mut, einen klaren Schnitt zu machen.

Und dann der Teufel.

Auch er bringt oft Unruhe ins Herz. Dabei zeigt er mir in Beratungen so häufig etwas ganz anderes als das, was man erwarten würde.

Er spricht von starken Bindungen. Von Versuchungen. Von Mustern, die uns festhalten. Aber er zeigt auch unsere enorme Kraft. Unsere Leidenschaft. Unsere Instinkte. Unsere ungezähmte Lebendigkeit.

Der Teufel fragt nicht: „Was macht dir Angst?“
Er fragt: „Wo hältst du dich selbst gefangen?“

Und manchmal sagt er auch:
„Hör auf, dich klein zu machen. Vertraue deiner Intuition. Geh deinen Weg – auch wenn andere ihn nicht verstehen.“

Besonders spannend wird es im Zusammenspiel mit anderen Karten. Wenn zum Beispiel der Teufel neben der Sonne liegt, dann ist das keine düstere Kombination – im Gegenteil. Dann sehe ich oft einen Menschen, der beginnt, sich aus alten Verstrickungen zu lösen. Der erkennt, wo er sich selbst blockiert hat. Der Altes hinter sich lässt und wieder ins Licht tritt.

Was zunächst bedrohlich wirkt, wird plötzlich zu einer Befreiung.

Und genau das liebe ich am Tarot.

Es ist wie im echten Leben: Wenn wir nur auf die Oberfläche schauen, urteilen wir schnell. Doch wenn wir tiefer blicken, erkennen wir die eigentliche Botschaft. Weder der Tod noch der Teufel wollen uns erschrecken. Sie wollen uns wachrütteln. Uns erinnern. Uns stärken.

Tarot arbeitet nicht mit Angst.
Es arbeitet mit Bewusstsein.

Und manchmal sind es gerade die Karten, vor denen wir uns zunächst fürchten, die uns am meisten weiterbringen.

Ich schicke euch von Herzen liebe Grüße

Euer


Bernhard